Stéphane Lambiel erblickte am 2. April 1985 in Martigny (Schweiz) das Licht der Welt. Seine Mutter Fernanda ist ursprünglich aus Lisabon (Portugal), sein Vater kommt aus dem kleinen Bergdorf Isérable in den Schweizer Alpen. Er hat eine ältere Schwester, Silvia, und einen jüngeren Bruder, Christophe. Lambiel verbrachte seine Kindheit in Saxon. Als er sieben Jahre alt war, sah er seine Schwester Eis laufen und er war von dieser Kunst so fasziniert, dass er sich jeden Abend Eislaufvideos anschaute und in der Garage Sprünge übte. Einige Jahre später lernte er Peter Grütter kennen, der seither sein Trainer ist, und Salomé Brunner, seine langjährige Choreographin. Es folgten Jahre, in denen er in den frühen Morgenstunden aufstehen und mit seiner Mutter den langen Weg nach Genf zurücklegen musste. Trotzdem besuchte Stéphane wie alle anderen Kinder auch die Primarschule.
Im Jahr 1997 fand die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Lausanne statt und Lambiel war eingeladen worden, ein Showprogramm zu laufen. Er beeindruckte alle mit seinem natürlichen Talent nicht nur als Entertainer sondern auch als viel versprechender Wettkampfteilnehmer. Damals war er Schweizer Nachwuchsmeister und gewann alle nationalen Wettkämpfe an denen er teilnahm. Den Titel bei der Elite holte er sich später acht Mal hintereinander. Als er begann an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen, war er Schüler am Gymnasium St. Maurice, an dem er in Biologie und Chemie die Matura machte nachdem er es fünf Jahre lang geschafft hat, Schule und Eislaufen unter einen Hut zu bringen.
Lambiels Aufstieg in die Weltelite begann 2002 an der Eislauf-Europameisterschaft, wo er Vierter wurde und sich somit für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City im selben Jahr qualifizierte. Trotz der Knieverletzungen in den folgenden Jahren entwickelte er seinen ganz eigenen Stil und verbesserte seine Technik stetig und somit auch seine Resultate. Dank seiner Leidenschaft für den Sport und seines unglaublichen Teams gewann er 2005 in Moskau seinen ersten Weltmeistertitel. Ein knappes Jahr später gewann er an den Olympischen Winterspielen in Turin die Silbermedaille und erfülle sich somit einen Kindheitstraum. Einen Monat später bestätigte er seinen Platz an der Weltspitze indem er sich in Calgary ein zweites Mal den Weltmeistertitel holte. Im folgenden Jahr stellte er seine Zukunft als Eiskunstläufer in Frage und entschied sich, nicht an der Europameisterschaft teilzunehmen. An der Weltmeisterschaft in Tokio begeisterte er jedoch alle mit seiner unglaublichen Flamencokür und gewann die Bronzemedaille.
Die folgende Saison gewann Stéphane zum zweiten Mal in seiner Karriere den ISU-Grand-Prix-Final. Danach holte er die Silbermedaille an den Europameisterschaften in Zagreb und wurde Fünfter an den Weltmeisterschaften in Göteborg. Im Sommer zog er nach Wayne, New Jersey, um mit Viktro Petrenko und Galina Zmievskaya zu arbeiten. Eine bleibende Verletzung am Adduktor des linken Beines, die er sich an den Weltmeisterschaften zuzog, hielt ihn vom nötigen Training ab und folglich erklärte er im Oktober 2008 seinen Rücktritt vom Wettkampfsport.
Nach einer längeren Pause, während der sich Stéphane auf seine körperliche Gesundheit konzentrieren konnte, kündigte er im Juli 2009 seinen Wunsch an, an den Olympischen Winterspielen von Vancouver teilzunehmen. Er qualifizierte sich dafür im September indem er die Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf gewann. Er wurde zum neunten Mal Schweizermeister und holte an den Europameisterschaften in Tallinn die Silbermedaille. In guter Form und voller Träume reiste Stéphane an seine dritten Olympischen Winterspiele. Ihm kam zudem die Ehre zuteil, an der Eröffnungsfeier die Schweizerflagge zu tragen. Obwohl er bis zum bitteren Ende kämpfte, beendete der Schweizermeister den Wettkampf auf dem vierten Rang, knapp am Podium vorbei, auf welchem er wiederum stehen wollte.
Trotz der vielen Hindernisse, weder Stéphane noch seine Familie haben jemals die Opfer bereut, die es zu bringen galt, um internationale Erfolge zu feiern. Im März 2010 verabschiedete sich Stéphane vom Wettkampfsport. Im Alter von knapp 25 entschied sich der junge Mann mit der bemerkenswerten Karriere, seine Leidenschaft in der Showwelt und durch Choreographien für junge Talente weiterzuleben. Seither läuft er bei zahlreichen Shows in der Schweiz und auf der ganzen Welt, entfaltet sein artistisches Können immer weiter und ist seinem Publikum näher denn je.
| Bücher | "Rapport aux bêtes" von Noëlle Revaz und "Der kleine Prinz" vonAntoine de St-Exupéry |
| Schriftsteller: | Alessandro Baricco |
| Musiker: | Britney Spears, Madonna, Ben Harper, James Blunt, Gavin de Graw, Paolo Nutini, Gwen Stefani, Damien Rice |
| Filme: | Billy Elliot, Closer, Nobody knows, Babel |
Schauspieler/ Schauspielerin: | Leonardo di Caprio, Penelope Cruz, Angelina Jolie |
| Modelabel: | Frankie Morello |
| Ferienort: | Portugal |
| Eislaufprogramme: | 2002-03 KP und "Solamente per Carolina"-Galaprogramm von Carolina Kostner, "Charlie Chaplin" von Berezhnaya & Sikharulidze, "Air" von Klimova & Ponomarenko und "Winter"von Alexei Yagudin |
| Eislaufelemente: | Spread Eagle, Arabesques von Sasha Cohen und Shizuka Arakawa |
| Läufer: | Ilia Kulik, Alexei Yagudin |
| Läuferinnen: | Michelle Kwan, Carolina Kostner, Susanna Pöykiö, Sasha Cohen, Nicole Bobek, Shizuka Arakawa |
| Paarläufer: | Berezhnaya & Sikharulidze, Gordeeva & Grinkov |
| Eistänzer: | Klimova & Ponomarenko, Drobiazko & Vanagas, Virtue & Moir |
Was ihm an Wettkämpfen besonders gefällt: | Die zahlreichen Emotionen, die er nur während eines Wettkampfs durchlebt |